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Home Electronic Mikrocontroller Intervall Timer für Nikon und Canon DSLR

Intervall Timer für Nikon und Canon DSLR

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Intervall Timer

Das hier ist ein ganz kleines Projekt: Die winzige elektrische Schaltung besteht nur aus 4 Bauteilen und kann eine Canon oder Nikon Kamera in periodischen Zeitintervallen auslösen. So können ganz einfach Zeitraffervideos aufgenommen werden.

Die hier vorgestellte Schaltung ist obsolet, und wird nicht weiterentwicklet. Sie wurde durch den Nachfolger Intervall Timer v2 abgelöst.

 

Features:

  • Keine Stromversorgung nötig: Die Schaltung "klaut" sich den Betriebsstrom (lediglich 10μA bei 5V bzw. 2.5μA bei 3.3V) aus den Signalleitungen der Kamera 
  • Intervall einstellbar von 0.1 Sekunde bis über 18 Minuten
  • Keine Bedienelemente, Einstellung über "Teach In"
  • Ultra portabel: Schaltung passt in das Gehäuse des Steckers
  • Unschlagbar günstig: Die Bauteile kosten nur 1,56 €

Bauteilliste: 

  • PIC12F675 Mikrocontroller (1,15 € bei Reichelt)
  • 4µ7 Kondensator (0,23 € Farnell)
  • 100kΩ Widerstand (10 ct Reichelt)
  • 3.5mm oder 2.5mm stereo Klinkenstecker (8 ct bei Reichelt)

 

Die einzelnen Bauteile

 

Der Schaltplan

Schematisches Schaltbild

 

Und hier die Schaltung aufgebaut

Die fertig aufgbaute Schaltung

Wie man sieht sieht man nichts: Die ganze Magie passiert natürlich in den Mikrocontroller (µC). Ich gehe jatzt einfach mal die einzelnen interessanten Punkte durch:

Stromversorgung: Der µC bezieht seine Betriebsspannung aus den beiden Signalleitungen, die aus der Kamera kommen. Diese beiden Leitungen (Focus und Shutter) sind kameraintern über etwa 50kΩ mit der Betriebsspannung (5V bei Nikon, 3.3V bei Canon) verbunden. Der Prozessor muß also mit extrem wenig Strom auskommen, denn werden die Leitungen zu stark belastet, löst die Kamera aus. Der Betriebsstrom fließt in den Eingang des ICsund von dort aus über die Schutzdioden des Chips zu dem VDD Pin. Dort sitzt der Pufferkondensator, der die Betriebsspannung etwas puffert. Werden die beiden Leitungen von der Kamera aus herunter gezogen, hat der Mikrocontroller damit einen kleinen Energievorrat um einige Zeit weiter zu laufen. Diese Versorgung des ICs über die I/Os ist definitiv keine gute Schatungspraxis. Die I/O Puffer neigen dadurch zum Latchen. Besser ist es, externe Schottkydioden zu verwenden, und jede Leitung über einen als open-collector verwendeten Transistor herunterzziehen. In dieser Schaltung kam es mit aber auf Einfachheit an, daher habe ich auf den Schaltungsaufwand verzichtet.

Prozessor: Der Prozessor verbringt den mit Abstand größten Teil der Zeit schlafend. Der Prozessortakt ist dabei abgeschaltet, und nur der interne Watchdogtimer läuft, um den Prozessor regelmäßig aufzuwecken. Das spart viel Strom. Neben zwei Pins, die mit den Focus und Shutter Leitungen verbunden sind ist noch der Reset Pin über ein 100kΩ an VDD angeschlossen. Den Reset kann man zwar auch über die Software intern generieren lassen, man verliert dadurch aber leider die Möglichkeit den Chip neu zu programmieren. Daher beschalte ich (zumindest während der Entwicklungsphase) den Pin extern.

Programm: Das Programm ist straight foreward: Etwas Initialisierung, ein paar Routinen zum Warten, ein paar zum Einstellen der Ein- und Ausgänge. Nichts besonderes.

Verwendung: Einfach den Stecker in die Kamera stecken. Bei Canon Kameras ist standartmäßig eine 2.5mm stereo Klinkenbuchse verbaut, für Nikon Kameras muß man sich leider ein Adapterkabel bauen. Ich habe dazu eine Kabelfernbedienung in der Mitte aufgetrennt, und den kameraseitingen Teil mit einer Klinkenbuchse, den Fernbedienungsteil mit einem Klinkenstecker versehen.

Beim Einstecken des Dongles ist es egal, ob die Kamera an ist, oder erst nachher eingeschaltet wird. Danach muß man der Schaltung beibringen, wie lange der Abstang zwischen zwei Auslösungen ist, uund das könnte nicht einfacher sein: Einfach den Auslöser der Kamera in dem gewünschten Abstand zweimal bis zum zweiten Druckpunkt (Auslösen) drücken. Das war's. Das dritte Bild wird dann von der Schaltung automatisch nach exakt dem vorgegebenen Intervall ausgelöst. Eine Maximalzahl der Auslösungen gibt es nicht. Die Kamera hört erst auf, wenn die Speicherkarte voll oder der Akku leer ist. Die Serienfunktion kann auch abgebrochen werden: Dazu muß der Auslöser nur angetippt werden. Danach ist man wieder im Ausgangszustand, und kann dem Dongle ein neues Intervall beibringen.

Die Schaltung funktioniert hervorrangend, und ist viel einfacher zu bedienen, als durch das Menü zu zappen (soweit die Kamera eine Intervallaufnahme unterstützt).

Diesen Zeitraffer habe ich mir der vorgestellten Schaltung aufgenommen. Nach über 2300 Bilder (in 4 Stunden 17 Minuten) hat dann der Akku meiner Kamera schlapp gemacht.

Aber es gibt noch ein paar Punkte, die mir nicht gefallen:

Zum einen tendieren die Eingänge einer CMOS Schaltung dazu zu latchen, wenn an ihnen eine höhere Spannung anliegt als die Betriebsspannung. In der hier vorgestellten Schaltung ist das nur selten nicht der Fall. Es kann also vorkommen, das das Dongle nicht reagiert. Wenn das passiert, hilft nur ein Aus- und Einstecken des Dongles.

Der andere Punkt ist, dass der PIC sich bei absackender Betriebsspannung nicht richtig resettet, also hängen bleiben kann. Zwar hat der Prozessor eine eingebaute Schaltung, die einen solchen Brown Out erkennt, und den Chip resettet. Aber diese Schaltung verbraucht viel zu viel  Strom, so dass ich sie nicht verwenden kann. Abhilfe könnte hier eine externe Resetschaltung schaffen.

 

Die folgende Software wird unter der Creative Commons Lizenz bereitgestellt.

Creative Commons Lizenz  TimeLapse_v1.asm (obsolet, kein Download mehr)

 

Viel Spaß beim Fotografieren!

 

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